Mauervolk
| Lebensraum | Ummauerte Enklaven |
| +1 Bonus | Blut |
| Typische Stimmung | Kastengebunden, traditionsbewusst, archivierend |
Sie hüten die Abstammungslinien, Archive und Blutriten und bewahrten die Zivilisation während der Verhüllung in befestigten Siedlungen, regiert von einem Rat aus fünf Personen — eine aus jeder Kaste — die hinter gesichtslosen weißen Gesichtsbedeckungen regieren, damit keine außenstehende Person weiß, welches Individuum vor ihnen steht. Ahnenmagie fließt in ihren Adern, theoretisch für alle zugänglich, aber zu gefährlich, um ohne Führung zu erlernen. Für das Mauervolk ist Geschichte Identität, und Blut ist die fleischgewordene Geschichte.
Was sie über "die Verhüllung" sagen
Die Geschichte für Kinder
Was die Erwachsenen für wahr halten
Was sie über die Wanderer denken
Das eine Detail, das wahr ist
Gesellschaft
Struktur
Die Gesellschaft des Mauervolks ist in fünf erbliche Kasten geteilt. Wechsel zwischen ihnen sind selten — eine Frage außergewöhnlicher Begabung, anerkannt durch den Rat — aber nicht unmöglich. Die Kasten sind: die Regierende Kaste (der Rat und ihre Haushalte), die Archivare (Schreibwesen, Genealogie und Hüten der Blutriten), die Krieger (Mauerschutz und Kriegsdienst), die Handwerker (Bauwesen, Handel und Kunstschaffen) und die Arbeiter (das Fundament jeder Enklave). Jede kennt ihren Platz und soll darin hervortragen.
Anführer
Jede befestigte Enklave wird vom Rat regiert — je ein Mitglied aus jeder der fünf Kasten. Sie tragen gesichtslose weiße Gesichtsbedeckungen, fast wie Visiere oder Helme, verziert mit kunstvollen gold-violetten Ornamenten. Ihre Roben sind prunkvoll, schwarz oder tiefpurpur, mit breiten Schultern und hohen Kragen, gemustert mit seltsamen, aber eleganten Motiven. Die Gesichtsbedeckungen dienen der Entpersonalisierung: Der Rat spricht und handelt als einer nach außen. Keine außenstehende Person — und kaum jemand im Inneren — darf wissen, welches Individuum vor ihnen steht. Das verhindert Vetternwirtschaft, Fehden und die Erhebung der Person über die Pflicht.
Das einfache Volk
Die meisten Angehörigen des Mauervolks gehören den unteren vier Kasten an: Archivare pflegen die Genealogien, Krieger patrouillieren die Mauern, Handwerker halten die Enklave am Laufen, Arbeiter erhalten sie. Schreibkundigkeit ist fast über alle Kasten hinweg verbreitet — selbst Arbeiter können lesen und schreiben. Ein Geschäft ohne schriftliche Niederlegung gilt als Anregung, nicht als Vereinbarung. Ahnenmagie ist theoretisch allen Kasten zugänglich, aber meist zu chaotisch für autodidaktisches Lernen. Starke Begabung für Blutmagie ist einer der seltenen anerkannten Wege für Kastenwechsel.
Städte
Die Städte des Mauervolks sind ummauert, dicht und auf Dauer gebaut. Stein ist das bevorzugte Material. Gassen sind eng und bewusst verwirrend angelegt — Schutz vor Eindringlingen. Jede Enklave hat ein Blut-Archiv: eine befestigte Bibliothek für Genealogien, Verträge und Geschichten. Die größte Enklave, Hochhafen, liegt auf einem Hügel und wurde nie eingenommen.
Geheimnisse des Rates
Der Rat weiß, dass die Blutlinien ausdünnen. Ehen bringen über alle Kasten hinweg weniger Kinder hervor; Totgeburten nehmen zu. Die Genealogien, die einst Jahrhunderte umspannten, haben Lücken, die kein Archivar erklären kann. Man fürchtet, das Blut der Ahnen schwäche sich — und mit ihm das Fundament der gesamten Gesellschaft. Dieses Wissen bleibt unter dem Rat, denn wenn das Blut versagt, dann ruht das Kastensystem, die Riten, die Mauern — alles — auf einem Versprechen, das leise bricht.
Haltung gegenüber anderen Völkern
| Volk | Haltung |
|---|---|
| Bergvolk | Angespannter Respekt. Auch das Bergvolk überlebte mit Mauern, aber ihr Eidsystem beruht auf Wahl, nicht auf Blut. Das Mauervolk findet das bewundernswert, aber gefährlich — ohne Blut, was hält die Eide ehrlich? |
| Moorvolk | Herablassende Zuneigung. Das Moorvolk hat keine Schrift, was das Mauervolk reizend primitiv findet — aber ihre Tränke sind zu nützlich, um sie zu ignorieren. Handel ist praktisch, nicht sozial. |
| Wanderer | Tiefes Unbehagen. Die Wanderer haben keine Abstammung, keine Ahnen, keine geschriebene Geschichte. Es ist ein Widerspruch, der die Grundlage der Identität des Mauervolks bedroht. |
| Tiefenvolk | Furcht gemischt mit Faszination. Das Tiefenvolk lebt, wo niemand vom Mauervolk hingeht — unter der Erde, außerhalb der Mauern. Dass es in jener Dunkelheit ohne Blutriten und Archive gedeiht, ist beunruhigend. |
Namenskonventionen
Vornamen
Aldric, Serenne, Corvin, Liana, Theron, Vella, Orin, Cressa, Malin, Ivera
Familiennamen
Familiennamen sind alles. Sie zeigen die Blutlinie, die Herkunftsenklave und manchmal den Beruf an. Beispiele: Aldric aus der Blutlinie Hochhafen, Serenne Stein-Schreiberin, Corvin Letzter-Sohn
Typische Charakterkonzepte
| Archetyp | Beschreibung |
|---|---|
| Blut-Archivar/in | Kennt jede Abstammungslinie über zehn Generationen. Setzt Ahnenwissen wie eine Waffe ein – und manchmal ist es das auch. |
| Verstoßene*r Spross | In eine Blutlinie geboren, aber verstoßen. Trägt noch immer die Ahnenmagie in sich. Muss ohne den Schutz der Enklave überleben. |
| Geschworenes Schwert | Ein Mitglied der Bürgerschaft, durch Eid an eine Blutlinie gebunden. Kämpft für eine Familie, die nicht die eigene ist. Dem Vertrag treu, nicht der Sache. |
| Mauergänger/in | Patrouilliert die Mauern der Enklave. Hat gesehen, was draußen in der Nacht lauert. Schläft schlecht. |